Polaroid

Polaroid, 2013 -2016

Die Polaroid-Serie zeigt eine Reihe von rätselhaften Situationen. Fast unbewusste Momentaufnahmen, deren Kontext offen bleibt. Es geht hier nicht um eine absichtliche Ästhetik, einen Look. Es geht nicht um simulierte Vergangenheit. Obwohl wir das in Zeiten von Instagram gerne denken. Nein: Es war so. Es ist so passiert. Aber: Was ist passiert? Was war da? Was ist es heute?

Das Polaroid entsteht unabsichtlich, spontan, unkontrollierbar. Die Bildwerdung geschieht im Dunkeln. Sie ist dem korrigierenden, optimierenden Denken und Handeln entzogen. Polaroids fordern das ästhetische Glück heraus.

Man sieht decalcomanische Artefakte, wie bei Max Ernst, die beim Abziehen der für die Entwicklung notwendigen Schutzschicht entstehen. Der Betrachter ist genötigt das Motiv, den Augenblick und seine Bedeutung in seiner Vorstellung zu ergänzen, herzustellen. Durch die Unvollkommenheit der fotografischen Oberfläche, durch die analogen Artefakte hindurch. Ist es dieser Prozess der Rekonstruktion durch andere, der die Akme des Bildes konstituiert?